Es war einmal am 11. August 2011, da fand unser Seifenblasenweltrekordversuch statt. Ein Fernsehsender hatte angefragt, ob ich so etwas machen wollte. Mir, Peter Pan, macht es mehr Spaß, mit Anderen zu arbeiten, als gegen sie zu konkurrieren. Dennoch hat mich der Rekord interessiert. Ich wollte wissen, wie groß die Seifenblasen sind, die wir machen können. Die Anfrage zum Weltrekord kam da ganz recht.
Der angesetzte Rekord von 250 Menschen in einer riesigen kuppelförmigen Seifenblase ist aufgrund einiger Faktoren leider nicht gelungen. Dafür haben wir so manch anderen Rekord aufgestellt, wie z.B. ein riesiges kuppelförmiges Seifenblasendach mit einem Durchmesser von sieben Metern. In eine Blase von fünf Metern wurde ein Mensch, nämlich Peter Pan in persona, eingeschlossen.

Das war so: Pippi, Spanierin aus Berlin, Pat und Peter Pan aus Berlin, Chris und Bo aus Berlin, Tobias und Detlef aus Prenzlauer Berg, Alvin aus den Niederlanden, Aramis aus Wien, Matthias und Tamara aus der Schweiz, Juli aus Kopenhagen, Mateusz und Grzegoz aus Polen, Romy aus Jerusalem waren dabei und es war eine riesige Freude, das gemeinsam zu machen. Es war ein Treffen der Bubble-Family.

Wir haben geübt, sechs Leute an einem Seifenblasen-Instrument. Alle versuchten gemeinsam eine Blase zu machen, alle gemeinsam in Harmonie zu kommen, um das schaffen zu können. In einem Atomraketenbunker bei Prenzlau und in einer Halle in Bremen-Vegesack traten wir an, um mit der ganz normalen Wunderseife Riesenblasen zu erzeugen, in denen Menschen stehen konnten.
Dabei funktionierte es in den ersten Proben in Prenzlau überhaupt nicht. Die Blasen platzten andauernd, bevor sie die richtige Größe erreichen konnten.  Ich habe dann in der Pause einen langen Spaziergang gemacht und mir wurde klar, dass es nicht um all den Trubel geht, nicht um Ehre, sondern nur um um die Seifenblasen und mich. Ich war viel zu stark fokussiert auf den Guinessrekord, das Fernsehen, das riesige Publikum, das Echo.
Mit dieser Erkenntnis ging ich zurück in den Bunker. Wir probierten wieder und es war ganz anders als vorher: Ruhe und Konzentration waren eingekehrt, alle arbeiteten in Harmonie zusammen und die Seifenblasen gelangen. Das Instrument hatte einen Durchmesser von fünf Metern und so groß wurden natürlich auch die Blasen.

Schließlich kam dann der Tag im August, an dem wir im E-Werk für die Fernsehaufnahmen posieren sollten. Das Instrument hatte inzwischen einen Durchmesser von sieben Metern; damit hatten wir in Bremen ein Seifenblasen-Dach in dieser Größe geschafft. Diesmal wollten wir es auch schließen. 90 Menschen waren gekommen, um in der Riesenseifenblase zu stehen.
Dabei gab es eine Reihe von Problemen. Es ist schwieriger, die Seifenblasen zu machen, wenn die Fernsehlampen angeschaltet werden, dann reagiert die Blase, die Seife anders. Wir brauchten Vorbereitungszeit. Doch die Fernsehleute wollten Geld sparen. Ich hatte ihnen gesagt, wir müssten drei Tage lang die Halle haben, erst nur wir allein, dann mit den Leuten, die in der Blase stehen sollten, dann mit dem Kamerateam. Natürlich ist  es wichtig, dass alle Beteiligten harmonieren, als ein Ganzes arbeiten. Aber die haben uns nur einen Tag gegeben, und das Team war von Anfang an dabei.

Auch hier wollte es erst nicht funktionieren.
Nach einer Weile machten die Fernsehleute Pause, und ich hatte Zeit zum Nachdenken. Mir fiel ein, wie es in dem Bunker gewesen war. Ich ging in die Mitte des Raumes und sagte zur Bubble-Family: Jetzt muss es gehen. Und es ging, die Blase hatte sieben Meter im Durchmesser. Die Blase kann man nur machen, wenn sie es will, sie hat auch Charakter.
Wir haben mit dem Wasserschlauch gespritzt, um die Luftfeuchtigkeit zu kriegen, die die Blasen brauchen. Die Fernsehleute kamen zurück aus ihrer Pause, sahen das und wollten mehr Wasser, noch mehr Wasser. Das gibt schöne Bilder mit Wasserspielen und Seifenblasen.
Was wir nicht wussten (und die Fernsehleute auch nicht): Das Wasser lief durch bis in den Keller, wo teure Elektronik gelagert war. Es gab eine technische Panne, eine riesige Affäre, sechs Putzfrauen machten eine Sofortaktion und natürlich nahm man uns das Wasser weg.

Koitus interruptus, das Ganze machte keinen Spaß mehr, die Blasen funktionierten auch nicht mehr. Übrigens wollten sie nachher die Gage nicht zahlen wegen dieser Panne.

Film:

Fotos:
https://picasaweb.google.com/117344551486072008783/BerlinBubbleRecord#

Wir bedanken uns bei den Mitgliedern unserer Seifenblasenfamilie für die schöne Zeit und die Mitarbeit!